{"id":5391,"date":"2020-02-19T09:00:00","date_gmt":"2020-02-19T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/durch-die-haut.de\/?p=5391"},"modified":"2020-08-17T11:47:43","modified_gmt":"2020-08-17T09:47:43","slug":"tts-fuer-physis-und-nun-auch-fuer-die-psyche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/tts-fuer-physis-und-nun-auch-fuer-die-psyche\/","title":{"rendered":"TTS f\u00fcr Physis und nun auch f\u00fcr die Psyche"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche.jpeg\" data-orig-src=\"https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche.jpeg\" alt=\"\" class=\"lazyload wp-image-5388\" width=\"1920\" height=\"1280\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271920%27%20height%3D%271280%27%20viewBox%3D%270%200%201920%201280%27%3E%3Crect%20width%3D%271920%27%20height%3D%271280%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche-200x133.jpeg 200w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche-203x135.jpeg 203w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche-400x267.jpeg 400w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche-405x270.jpeg 405w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche-600x400.jpeg 600w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche-768x512.jpeg 768w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche-800x533.jpeg 800w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche-810x540.jpeg 810w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche-1200x800.jpeg 1200w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-psyche.jpeg 1920w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption>\u00a9 Kateryna Kovarzh &#8211; 289703664 &#8211; stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In den verschiedensten Artikeln haben wir schon dar\u00fcbergeschrieben, dass die Verabreichung von Wirkstoffen \u00fcber ein transdermales Pflaster (TTS) eine sinnvolle Alternative zu den oralen Verabreichungswegen von Medikamenten sein k\u00f6nnen. Verbreitet sind transdermale Pflaster vor allem zur Behandlung von chronischen Krankheiten im Bereich des zentralen Nervensystems wie z.B. zur Behandlung von Alzheimer, Parkinson oder Schmerz.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eStiefkind\u201c: psychiatrische Erkrankungen<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen gab es bislang nur wenige transdermale Behandlungen. Dabei haben viele Patienten Bed\u00fcrfnisse, die durch die Vorteile transdermaler Behandlungen ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnten, wie z.B. eine geringere H\u00e4ufigkeit der Einnahme ihrer Medikamente, eine wirksame Kontrolle des Plasmaspiegels oder eine verbesserte Vertr\u00e4glichkeit, wie z.B. durch die Vermeidung eines First-Pass-Effekts (Umwandlung eines Arzneistoffes w\u00e4hrend dessen erster Passage durch die Leber). <br>F\u00fcr \u00c4rzte ist die M\u00f6glichkeit, die Compliance (Therapietreue) visuell zu \u00fcberpr\u00fcfen, eine gro\u00dfe Hilfe bei der Behandlung ihrer Patienten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Pflaster gibt es bereits?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein transdermales Methylphenidat-System war das erste Pflaster, das von der FDA (U.S. Food and Drug Administration) f\u00fcr ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-\/Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung) bei Kindern und Jugendlichen in den USA zugelassen wurde (2006). Vorteil des Pflasters: Eltern bzw. Pflegepersonal k\u00f6nnen das Pflaster so verabreichen, dass das Medikament w\u00e4hrend der Zeit, in der die Kinder in der Schule oder bei Hausaufgaben besonders aufmerksam sein m\u00fcssen, ohne Unterbrechung wirkt. Es kann jederzeit entfernt und somit die Behandlung abgebrochen werden. <br>2006 wurde in den USA auch ein Selegeline Pflaster von der FDA f\u00fcr die Behandlung schwerer depressiver Erkrankungen zugelassen. Selegeline geh\u00f6rt zu der Gruppe der Monoamin-Oxidase-Hemmer (MAOI). Bei der Einnahme von Medikamenten aus dieser Gruppe muss man auf seine Ern\u00e4hrung achten, da Lebensmittel wie K\u00e4se, Tofu o.a. gef\u00e4hrliche Nebenwirkungen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. In einer klinischen Studie stellte man dann fest, dass transdermal verabreichtes Selegeline ein besseres Sicherheits- und Vertr\u00e4glichkeitsprofil hatte als orale MAOI (1). <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">NEU: Blonanserin<\/h2>\n\n\n\n<p>Aktuell haben gleich zwei neue Pflaster zur Behandlung von psychiatrischen Krankheiten eine Zulassung erhalten.<br>In Japan ist es das Blonanserin Pflaster zur Behandlung von Schizophrenie. Es wird einmal t\u00e4glich angewendet und soll besonders geeignet sein f\u00fcr Menschen mit Schluckbeschwerden oder Menschen mit unregelm\u00e4\u00dfiger Nahrungsaufnahme, da Lebensmittel eine ausgepr\u00e4gte Wirkung auf die Bioverf\u00fcgbarkeit (Menge des Wirkstoffs, der im Blut verf\u00fcgbar ist) von Blonanserin haben (2).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">NEU: Asenapin<\/h2>\n\n\n\n<p>In den USA wurde ein Asenapin Pflaster zugelassen. Asenapin ist ein atypisches Antipsychotikum. Asenapin-Tabletten sind aufgrund eines hohen First-Pass-Effekts beim Schlucken unwirksam. Der Wirkstoff wird in der Leber verstoffwechselt und wirkt dann nicht mehr. Es gibt den Wirkstoff daher bislang nur in Form einer Sublingualtablette. Bei der Verabreichung von Asenapin \u00fcber den sublingualen (unter die Zunge gelegt) Weg treten allerdings mehrere Schwierigkeiten auf: es kann u.a. zu Geschmacksst\u00f6rungen und Mundtaubheit kommen oder die Asenapin-Tabletten werden versehentlich verschluckt und wirken daher nicht. Aus diesem Grund soll nach der Einnahme der Sublingualtablette f\u00fcr mindestens 10 Minuten auf Essen und Trinken verzichtet werden. Die Notwendigkeit einer zweimal t\u00e4glichen Verabreichung stellt eine weitere Herausforderung sowohl f\u00fcr Patienten als auch f\u00fcr das Pflegepersonal dar. Das 1-Tages Asenapin Pflaster verspricht also einige dieser Probleme allein durch die alternative Darreichungsroute zu beheben.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen interessanten (englisch sprachigen) Podcast zu diesem Thema finden Sie \u00fcbrigens hier: <br><a href=\"https:\/\/psychopharmacologyinstitute.com\/publication\/transdermal-patches-in-psychiatry-interview-with-dr-leslie-citrome-2509\">Transdermal Patches in Psychiatry: Interview with Dr. Leslie Citrome<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch <a href=\"https:\/\/ltslohmann.de\">LTS <\/a>forscht im Gebiet transdermale Pflaster f\u00fcr psychiatrische Erkrankungen. So arbeiten wir an einem Asenapin Pflaster, das bei erfolgreicher Entwicklung nur 2 Mal w\u00f6chentlich angewendet werden m\u00fcsste. Wir hoffen, dadurch die Therapie noch komfortabler zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen:<br>(1)    Citrome L, Goldberg JF, Portland KB. Placing transdermal selegiline for major depressive disorder into clinical context: number needed to treat, number needed to harm, and likelihood to be helped or harmed. J Affect Disord. 2013; 151(2):409 \u2013 417. <br>(2)    Eur J Clin Pharmacol. 2010 Sep; 66(9): 899-902. doi: 10.1007\/s00228-010-0834-1. Epub 2010 May 20. Effect of dose timing in relation to food intake on systemic exposure to blonanserin.<\/p>\n\n\n\n<p>Bildquelle:  \u00a9 Kateryna Kovarzh &#8211; 289703664 &#8211; stock.adobe.com <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen gab es bislang kaum transdermale Pflaster. Nun lassen sich erste Behandlungsm\u00f6glichkeiten mit TTS finden. <\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5388,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[11,19],"class_list":["post-5391","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-hintergrundwissen","tag-neue-wege","tag-pflaster"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5391","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5391"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5391\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5699,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5391\/revisions\/5699"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5388"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5391"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5391"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5391"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}