{"id":5174,"date":"2019-06-12T14:20:04","date_gmt":"2019-06-12T12:20:04","guid":{"rendered":"https:\/\/durch-die-haut.de\/?p=5174"},"modified":"2020-06-09T16:33:39","modified_gmt":"2020-06-09T14:33:39","slug":"namedy-eine-burg-voll-kunst-und-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/namedy-eine-burg-voll-kunst-und-musik\/","title":{"rendered":"Namedy, eine Burg voll Kunst und Musik"},"content":{"rendered":"<p><div id=\"attachment_5173\" style=\"width: 1930px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5173\" class=\"lazyload wp-image-5173 size-full\" src=\"https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer.jpg\" alt=\"Die Andernacher Musiktage finden auf der Burg Namedy statt\" width=\"1920\" height=\"1080\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271920%27%20height%3D%271080%27%20viewBox%3D%270%200%201920%201080%27%3E%3Crect%20width%3D%271920%27%20height%3D%271080%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer-200x113.jpg 200w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer-240x135.jpg 240w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer-400x225.jpg 400w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer-480x270.jpg 480w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer-600x338.jpg 600w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer-768x432.jpg 768w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer-800x450.jpg 800w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer-960x540.jpg 960w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/durch-die-haut.de\/wp-content\/uploads\/lts-transdermal-namedy-wolkenkratzer.jpg 1920w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><p id=\"caption-attachment-5173\" class=\"wp-caption-text\">Bildquelle: Wolkenkratzer [<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\">CC BY-SA 3.0<\/a>], <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Burg_Namedy_004.JPG\">via Wikimedia Commons<\/a><\/p><\/div>\u201eFamily and Friends\u201c, \u201eFamilie und Freunde\u201c. Das Motto der diesj\u00e4hrigen, der 29. Andernacher Musiktage in der Burg Namedy passte perfekt zum Austragungsort. Denn die Mitglieder der Familie Hohenzollern, die hier seit 1909 ans\u00e4ssig sind, sind seit Generationen Kunst- und vor allem auch Musikliebhaber. 1909 war das Jahr, in dem Prinz Karl Anton von Hohenzollern auf einen Tipp seines aus dem Rheinland stammenden Berliner Friseurs hin das mit seinen Urspr\u00fcngen ins 14. Jahrhundert zur\u00fcckreichende, in der Folgezeit h\u00e4ufig ver\u00e4nderte und erweiterte, Anwesen kaufte.<\/p>\n<h2>Eine musikalische Familie<\/h2>\n<p>Karl Anton beispielsweise und seine Frau Josephine, eine Schwester des belgischen K\u00f6nigs, liebten nicht nur H\u00e4ndel, Beethoven und Chopin, sondern spielten auch sehr gut Klavier und sorgten daf\u00fcr, dass ihre drei Kinder, Stephanie, Marie-Antoinette und Albrecht, fr\u00fch Musikunterricht erhielten. Gemeinsam mit ihrer Mutter veranstalteten die Kinder kleine Hauskonzerte, auch f\u00fcr Verwundete w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs. Da hatte Josephine den noch jungen Spiegelsaal der Burg, den Karl Anton nach Pl\u00e4nen des Andernacher Architekten Clemens Kroth zusammen mit zwei Eckt\u00fcrmen an den Nordwestfl\u00fcgel hatte anbauen lassen, zum Lazarett umfunktioniert. F\u00fcr die belgische Prinzessin, die w\u00e4hrend des Kriegs hin- und hergerissen war zwischen ihrer Liebe zu ihrem Vaterland Belgien und der Sorge um ihren Mann, der als General auf deutscher Seite k\u00e4mpfte, war die Musik auch immer wieder eine Quelle des Trostes.<\/p>\n<h2>Albrecht Prinz von Hohenzollern<\/h2>\n<p>Das musikalisch talentierteste ihrer Kinder war zweifelsohne Albrecht Prinz von Hohenzollern, der nach dem Tod des Vaters 1919 die Burg \u00fcbernahm. Der 1898 in Potsdam Geborene war nicht nur leidenschaftlicher Landwirt (!), sondern auch ein begabter Komponist und Geiger. Von seiner \u201evaterl\u00e4ndischen\u201c Kantate op. 8, \u201eDeutschlands Morgenrot: Du deutsches Volk, nun danke Gott,\u201c f\u00fcr gemischten Chor, Streichorchester, Klavier, Pauke, kleine Trommel und Bl\u00e4ser ad libitum zu einem Text von Paul Kassel-Andernach, die 1934 erschien, abgesehen schrieb Albrecht auch anspruchsvolle Kammermusik. Zu seinen Werken z\u00e4hlen Streichquartette, ein Klaviertrio und mehrere Liederzyklen nach Texten u. a. von Justinus Kerner, Theodor Storm, Christian Morgenstern und Heinrich Heine.<br \/>\nIn seinen Lebenserinnerungen, die 1998, 21 Jahre nach seinem Tod und zu seinem 100. Geburtstag, unter dem seine wichtigsten Pole im Leben zusammenfassenden Titel \u201eWeizen im Geigenkasten\u201c ver\u00f6ffentlicht wurden, erw\u00e4hnt Albrecht auch mehrfach Begegnungen mit den musikalischen Gr\u00f6\u00dfen der Zeit wie Hans Pfitzner, Max Reger und Richard Strauss.<\/p>\n<h2>Godehard Prinz von Hohenzollern<\/h2>\n<p>Ein Hort der Musik bleibt Namedy auch, als Godehard Prinz von Hohenzollern, der j\u00fcngste, 1939 geborene Sohn Albrechts und seiner Frau Ilse Margot von Friedeburg, 1988 das Anwesen \u00fcbernimmt. Die Voraussetzungen sind alles andere als optimal. Heide Hansen, Tochter eines Bergwerksdirektors und sp\u00e4tere Ehefrau Godehards, erinnert sich nicht nur an ihre erste Begegnung mit ihrem Schwiegervater, \u201ebei der er immer eine Melodie von Brahms summte\u201c, sondern an den desolaten Zustand vieler Teile der Burg, an R\u00e4ume ohne Heizung und Elektrizit\u00e4t. Durch die Decke des Spiegelsaals wucherten bereits B\u00e4ume. \u201eDer war noch dazu mit allem m\u00f6glichen alten Ger\u00fcmpel zugem\u00fcllt.\u201c Dauerhaft hier zu leben schien nahezu unm\u00f6glich, nach der Hochzeit blieb das junge Paar zun\u00e4chst in M\u00fcnchen, mit seinem reichen Konzertangebot ein ideales Pflaster f\u00fcr passionierte Musikliebhaber wie Heide und Godehard.<\/p>\n<h2>Neustart in Namedy<\/h2>\n<p>Als sich nach dem Tod von Albrechts Ehefrau das Problem Burg nicht mehr leugnen lie\u00df, zog Prinzessin Heide mit ihren beiden Kindern nach Namedy und machte sich selbst an die Arbeit. Ihr Mann Godehard, der bei einer M\u00fcnchner Bank arbeitete, kam an den Wochenenden zum unz\u00e4hlige Container f\u00fcllenden Entr\u00fcmpeln. Eigentlich sollte die Burg verkauft werden. \u201eAber als Godehard dann erst einmal den Spiegelsaal leerger\u00e4umt sah und merkte, wie gut die Akustik hier war, wollte er zumindest einmal ein Konzert darin veranstalten\u201c, erz\u00e4hlt die Prinzessin. Das Konzert verlief so gut, dass der damalige Andernacher Oberb\u00fcrgermeister Gerold K\u00fcffmann mit dem Prinzen die Idee ausbr\u00fctete, ein Musikfestival in der Burg zu etablieren. Und als die Hohenzollerns bei einer Reise nach England mit dem befreundeten Stargeiger Yehudi Menuhin zusammentrafen und der sich bereit erkl\u00e4rte, die Schirmherrschaft f\u00fcr das Festival zu \u00fcbernehmen, schlug die Geburtsstunde der \u201eAndernacher Musiktage\u201c.<\/p>\n<h2>Die Andernacher Musiktage<\/h2>\n<p>Das kleine, feine Festival ist auch heute noch, 18 Jahre nach dem pl\u00f6tzlichen Tod von Prinz Godehard, ein wichtiges Standbein im abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm von Burg Namedy, dank des Engagements von Heide von Hohenzollern, die seit einiger Zeit von ihrer Tochter Anna unterst\u00fctzt wird. Als sie j\u00fcngst, bei der Er\u00f6ffnung der 29. \u201eAndernacher Musiktage\u201c, die wieder von der amerikanischen Pianistin Nina Tichman als k\u00fcnstlerischer Leiterin betreut wurden und mit einem der besten Streichquartette weltweit, dem Quarteto Casals, aufwarteten, mit fast versagender Stimme gestand: \u201eEs ist schon ein gro\u00dfes Gl\u00fcck, in dieser Burg leben und arbeiten zu d\u00fcrfen\u201c, da glaubte man ihr das unbesehen. Allen Sorgen um die bevorstehende Sanierung des Daches zum Trotz. Auch davon wird sich \u201eHusch\u201c, wie sie ihre Freunde nennen, nicht unterkriegen lassen.<\/p>\n<p>Mehr zu den Veranstaltungen in der Burg unter <a href=\"https:\/\/www.burg-namedy.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.burg-namedy.com<\/a><\/p>\n<p>Bildquelle: Wolkenkratzer [<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\">CC BY-SA 3.0<\/a>], <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Burg_Namedy_004.JPG\">via Wikimedia Commons<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Andernacher Musiktage sind ein wichtiges Standbein im abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm von Burg Namedy.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":5173,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[60,146],"class_list":["post-5174","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeines","tag-andernach","tag-kultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5174"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5174\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5545,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5174\/revisions\/5545"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5173"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/durch-die-haut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}